Was ist die Wahrheit hinter der Aussetzung der Insolvenzanmeldungspflicht durch die Regierung? Was sind die unausweichlichen Konsequenzen? Welche Branchen werden am härtesten betroffen sein, und was werden weitreichende Betriebsschließungen für den Süden und Norden Deutschlands wirtschaftlich bedeuten? Unter welchen Aspekten ist eine Insolvenz noch zu betrachten? Reicht die finanzielle Perspektive aus oder müssen wir eine ganzheitliche Analyse in den Blick nehmen, die insbesondere auch die psychische Belastungssituation der durch eine Insolvenz betroffenen Menschen beachtet?

Hans-Jürgen Brozio von God@Work stellte bei der Klausurtagung unserer Vorstände am 22./23. Juli in Erfurt den Teilnehmern das Thema Insolvenz vor mit den zu erwartenden Herausforderungen für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft.

Ein Psychotherapeut wurde mit dem Satz zitiert: „Die Tiefe der Zerstörung im Menschen kann bei einer Insolvenz durchaus größer sein als bei der Diagnose Krebs.“ Wie kann Bündnis C den Betroffenen helfen, idealerweise bereits im Vorfeld, aber auch im Nachgang?

Als Zwischenfazit der bisherigen Diskussion lässt sich folgendes festhalten:

  • Es rollt eine Welle der aufgeschobenen Insolvenzen auf uns zu, die einen Umfang von ca. 100.000 Firmen haben könnte. Reicht die bestehende Infrastruktur aus Fachleuten aus, um dies überhaupt bewältigen zu können?
  • Im Umfeld von Insolvenzen fehlt es häufig an Wahrheit (Transparenz), Weisheit und Erkenntnis (Controlling, Budgets). Die Wahrheit ist dabei die Tür zur Frucht, die sich im Gegensatz zum Erfolg selbst reproduzieren kann.
  • Eine Insolvenz ist für die Betroffenen nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden, sondern vor allem auch ein geistlicher und gedanklicher Verlust.
  • Es scheint so, als wenn die Politik das Thema aus dem Auge verloren hat. Umso mehr ergibt sich für Bündnis C die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Gleichzeitig werden die Netzwerke und Infrastrukturen christlicher Insolvenzberater recherchiert und zusammengetragen und so der Anfang eines interdisziplinären Bogens gespannt.

Diese und weitere Aspekte wurde durch die Beteiligten lebendig diskutiert und im Anschluss zur weiteren Bearbeitung an eine Arbeitsgruppe übergeben.