Bundestagswahl 2017

Vielen Dank für Ihre Mithilfe per Unterstützungsunterschrift und Ihr Interesse!

Bundestagswahl 2017 & Europawahl 2019:

Vermissen Sie eine christliche Wahlalternative?

Bundestag Berlin

Am 24. September 2017 wird der Deutsche Bundestag für die kommende Legislaturperiode gewählt. Seit Anfang August steht fest, wer auf den Stimmzetteln zur Wahl stehen wird. Bündnis C nimmt an der Wahl teil, allerdings nicht überall. Sollten unsere vier Direktkandidaten ihre Wahlkreise im September gewinnen, dann hätten wir immerhin vier Bundestagsabgeordnete in Berlin. Auch wenn die Kandidaten der etablierten Parteien mit ihrer eingespielten Marketing-Maschinerie übermächtig erscheinen – warum nicht dafür beten? Wunder gibt es, weil es Gott gibt!

Was uns dagegen etwas traurig macht, ist dies. Wir haben es nicht geschafft, auch nur eine unserer acht Landeslisten auf den Wahlzettel für die Zweitstimme zu bekommen. In Baden-Württemberg fehlten nur knapp 200 Unterstützungsschriften zu den notwendigen 2000. In anderen Bundesländern fehlten mehr. Mit unseren Landeslisten hatten wir die reale Chance auf 80 Prozent der Wahlzettel im gesamten Bundesgebiet zu erscheinen. Denn wir hatten bewusst in den Flächenländern mit hoher Einwohnerzahl Landesverbände gegründet. Die Landeslisten wurden auf Landesparteitagen aufgestellt und die Wahlteilnahme pro Bundesland mit allem formalen Prozedere beantragt. Als neue Partei ist viel Vorarbeit nötig, um bei einer Bundestagswahl antreten zu können. Große Parteien, die bereits in dem zur Wahl stehenden Parlament vertreten sind, haben diese formalen Hürden nicht mehr in diesem Umfang zu bewältigen.

Warum haben wir nicht genügend Unterstützungsunterschriften sammeln können?

Wir arbeiten ehrenamtlich und hatten bisher keine Partei-Angestellten für die Sammelkampagnen bzgl. Unterstützungsunterschriften wie es bei den größeren der Kleinparteien teilweise üblich ist. Wir haben auch nicht Geld für eine Unterstützungsunterschrift geboten, wie es andere Parteien machen. Wir sind deshalb darauf angewiesen, dass unsere Parteistrukturen organisch wachsen. Wir setzen auf „Überzeugungstäter“, die gerne mitarbeiten, und auf ein natürliches Bekanntwerden unserer Inhalte durch Weitersagen von Mensch zu Mensch. Wir haben zwar vereinzelt Anzeigen geschaltet in vorwiegend christlichen Magazinen (ideaSpektrum, Tagespost), waren mit einem Info-Stand auf dem Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg und sind zunehmend auf Facebook aktiv. Doch Werbung in Medien mit großer Reichweite ist sehr teuer und der nachhaltige Erfolg wenig messbar. Sicher gibt es noch einiges, was wir außerdem, qualitativ besser und quantitativ mehr hätten tun können. An Ideen mangelt es uns dabei nicht, eher an den Ressourcen – personell und finanziell. Was uns nachdenklich macht – und das soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Mitteilung unsererseits –, ist die unklare Haltung vieler Christen im Lande zur Politik. Für uns sieht es so aus, dass einerseits gerade Christen, das politische Geschehen durchaus sehr intensiv verfolgen. Andererseits gibt es große Hemmschwellen und Vorurteile unterschiedlichster Art sich selbst in der Gesellschaft politisch zu engagieren.

Politikverdrossenheit bei Christen: Es wirkt merkwürdig, was gerade geschieht.

Einerseits verschlechtert sich für Christen in unserer Gesellschaft die Lage zusehends, andererseits wird nahezu übersensibel christlich-politisches Engagement als unzureichend betrachtet oder sogar grundsätzlich abgelehnt. Dabei leben wir doch in einem Staat, der ausdrücklich die Mitgestaltung der Bürger für ihr eigenes Gemeinwesen voraussetzt. Wir erleben das insbesondere bei christlichen Gemeinden als problematisch. Es fehlt ein Bewusstsein dafür, politisches Engagement als ganz normalen Dienst von Christen an der Gesellschaft zu verstehen. So wie eine Krankenschwester der Gesellschaft etwas Gutes tut, tut es doch auch der, der gute Strukturen und Werte im gesellschaftlichen Bereich etablieren will. Wie einfach wäre das Unterschriftensammeln, wenn es nach Gemeindeveranstaltungen erlaubt wäre.

Was sind die Ursachen dafür?

Diese Gedanken über mögliche und vermeintliche Ursachen sind bewusst als Fragen gestellt:

  • Christen können sich in den etablierten Parteien in der Regel nicht mehr prägend einbringen. Herrscht nun ein Geist der Resignation, des Fatalismus und der Schicksalsergebenheit („wir ändern den Trend sowieso nicht mehr“)?
  • Ist das, was in christlichen Kleinparteien (die ohne die staatliche Parteienfinanzierung arbeiten müssen) angeboten wird, inhaltlich noch nicht gut genug, um zu begeistern?
  • Will Gott überhaupt keine „christliche Politik“, sondern „nur Mission“ durch Evangeliumsverkündigung?
  • Sollten alle „religionsgläubigen“ Menschen sich aus der Politik heraushalten? Und sie damit nur „atheistisch-gläubigen“ Politikern überlassen oder Menschen, die Weltanschauungen ohne einen alltagsrelevanten Gott leben, weil sie angeblich das Konzept des toleranten Staates besser verstehen?
  • Gibt es überhaupt „eine“ christliche Politik oder stehen allein für die christliche Interessenklientel zu wenig geeignete Gesamtkonzepte zur Auswahl?
  • Sucht Gott selbst nach einer christlichen Partei in Deutschland, die er guten Gewissens „auf den Leuchter stellen“ und bekannt werden lassen kann?
  • Sind Christen tendenziell zu perfektionistisch und gewissenhaft in ihren Ansprüchen und tun sich deshalb schwer politisch-pragmatisch zu denken?
  • Welche Rolle spielt die theologische Überzeugung im Blick auf Politik? Hier gibt es mehrere Varianten unter Christen, beispielsweise:
    1. Die einen – in Deutschland kaum vertreten – tendieren dazu das Reich Gottes direkt durch politische Anordnung realisieren zu wollen.
    2. Andere wollen dies nur indirekt bewirken, indem sie durch weise und zuverlässige Politiker in der Öffentlichkeit ein gutes Zeugnis für ihre Mitmenschen sein möchten. Der Staat soll dabei nur die Gesellschaft in einigermaßen erträglichen Bahnen halten.
    3. Bündnis C vertritt den Ansatz - auf Basis biblischer Erkenntnisse - ein ganzheitliches politisches Konzept christlichen Denkens anzubieten. Die Bevölkerung kann sich dann im demokratischen Prozess der Willensbildung frei per Wahl für Politik auf Basis christlicher Werte entscheiden.
    4. Wieder andere berufen sich auf die sogenannte „Zwei-Reiche Lehre“ Luthers bzw. Augustinus (Reich Gottes vs. Reich der Welt) und verhalten sich im kirchlichen Sektor christlich und im politisch-weltlichen wie alle Welt auch.
    5. Andere wiederum ziehen aus der „Zwei-Reiche Lehre“ den Schluss, sich nur im „geistlichen“ Bereich zu engagieren und sich um den weltlichen Bereich gar nicht erst zu kümmern.
  • Haben Christen einfach eine große Angst sich in ihrem persönlichen Umfeld politisch zu „outen“, weil sie Sympathieverluste fürchten?
  • Warum fürchten Pastoren politisches Engagement im Kontext ihrer Gemeinden?
  • Berichten christliche Medien lieber mit unverbindlichen Eigenkommentaren kritisch über die etablierte Politik, anstatt sich kooperativ und konstruktiv für die Bildung einer christlichen Wahlalternative einzusetzen? (Und sich somit selbst mehr der Kritik auszusetzen?)

Sicher gibt es noch mehr Fragen, die man stellen kann. Schreiben Sie uns, wenn diese Fragen Sie zu guten Gedanken anregen: .

Was verpassen wir eigentlich ohne christliche Wahlalternative bei den Zweitstimmen?

Das größte Problem scheint, dass die Stimme einer guten christlichen Argumentation im Blick auf politische Entwicklungen nicht in der Gesellschaft „hörbar“ ist. Tausende Nachrichten zu politischen Themen prasseln jeden Tag auf uns ein. Gut durchdachte christliche Konzepte findet man - wenn überhaupt - in christlichen Nischenmedien. Für Nicht-Christen findet christlich-gesellschaftliches Denken und die Begründung ihrer Werte nicht mehr statt! Christen werden dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung überflüssig. Sie stören, weil man ihre Werte und deren Begründung nicht versteht. Zerrbilder und Vorurteile nehmen deren Platz ein. Bestenfalls sind sie im diakonischen Bereich noch „Kit der Gesellschaft“ (Bundesinnenminister de Maiziere zur „Religion“). Oder sie sind „Ultrakonservative“, deren Gedankengut erst ab 18 Jahren zugänglich sein sollte, wenn überhaupt.

Wir nutzen die Begünstigung nicht, die Parteien erhalten:

  • Parteien haben laut Grundgesetz den aktiven Auftrag zur politischen Willensbildung in der Bevölkerung. Sie werden von Gesetzes wegen deshalb privilegierter behandelt und mit mehr Sonderrechten ausgestattet als Vereine und andere Interessensvertretungen.
  • Parteien haben die Möglichkeit öffentlicher Wahrnehmung durch die tägliche Berichterstattung.
  • Parteien können auch Stiftungen gründen, die der öffentlichen Bildung dienen.
  • Parteienvertreter werden in Talkshows eingeladen.
  • Parteien erhalten bei Wahlen kostenlos Sendezeiten in Radio und Fernsehen.
  • Parteien, die in den Bundesländern das Kultusministerium verantworten können, erstellen die Bildungspläne für die kommenden Generationen. Derzeit werden viele Bildungspläne von atheistischen oder andersgläubigen Menschen erstellt. (Es gibt keine werteneutrale Bildung!)

Viel Gutes geschieht einfach nicht.

Bündnis C - Warum wir weitermachen?

Wir bei Bündnis C sind von der Überzeugung angetrieben, dass es gut ist, wenn Christen sich politisch konstruktiv in unsere Gesellschaft einbringen. Da es in den etablierten Parteien kaum möglich ist, aus christlich-biblischen Werten heraus politische Konzepte zu entwickeln, gründeten wir Bündnis C bzw. deren Vorgängerparteien. Und wir laden Sie ein mitzumachen. Unser nächstes Hauptziel ist es, bei der Europawahl 2019 (ohne 5% Hürde) mit einem oder mehreren Vertretern im Parlament zu sein.

Was Sie tun können?

Wenn Sie uns in Zukunft bei Wahlen wenigstens mit Ihrer Unterschrift den Wahlantritt im Wahlbezirk Ihres Wohnsitzes ermöglichen möchten, dann schreiben Sie unserer Bundesgeschäftsstelle oder dem jeweiligen Landesverband, dass sie künftig dazu bereit sind. Das hilft uns sehr, denn wir müssen dann nicht jedesmal bei der Bitte um Unterstützungsunterschriften von Null anfangen.

Um bei Wahlen überhaupt antreten zu können, brauchen wir ein entsprechendes Parteiorgan vor Ort, also einen Landes-, Bezirks- oder Ortsverband. Diese brauchen mindestens jeweils einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter und einen Schatzmeister. Möchten Sie einen mitgründen?

Als Fachexperten können Sie gerne themenspezifisch Ihre Gedanken einbringen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Und wenn Sie einen Ort suchen, wo sie sich als Christ über Politik austauschen wollen, dann folgen Sie doch einfach der Einladung zum nächsten Landes- oder Bezirksparteitag.

Andreas Wolff
Mitglied im Bundesvorstand, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz