1 Präambel

Die demokratische Struktur Deutschlands und das deutsche Grundgesetz erfordern die politische Beteiligung aller Bürger. Als Christen schließen wir uns deshalb zur Partei Bündnis C - Christen für Deutschland - AUF&PBC zusammen. Den Wählern in Deutschland bieten wir eine zuverlässige und ethisch fundierte Alternative zum herkömmlichen Politikbetrieb.

Für die Mitglieder von Bündnis C - Christen für Deutschland - AUF&PBC ist die Bibel aus Altem und Neuem Testament das vom Heiligen Geist inspirierte Wort Gottes, das „sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehrt“ [1] und damit die entscheidende Richtschnur für Denken und Handeln ist. Die Bibel selbst weist dabei auch auf die natürlichen Erkenntnisquellen des ungetrübten, vernunftgemäßen Denkens und Gewissens hin.[2] Durch den biblischen Glauben gesegnete Christen können sich verschiedenen politischen Systemen unterordnen. Das gilt auch und besonders für das politische System der parlamentarischen Demokratie moderner Prägung, das wiederum selbst christliche Wurzeln hat: Religions- und Gewissensfreiheit, Rechtsstaatlichkeit sowie Parlamentarismus verdanken sich im Wesentlichen dem Christentum. So forderten im 17. und 18. Jahrhundert die bibelgläubigen Auswanderer nach Amerika die Trennung von Kirche und Staat für die neu gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika, weil sie die Verfolgung durch europäische Staatskirchen selbst erlitten hatten. Sie erschufen damit einen frühen Prototyp einer neuzeitlichen Demokratie, in der der Schutz der Bekenntnis-, Gewissens- und Meinungsfreiheit als unverzichtbares Element gilt.

Bündnis C - Christen für Deutschland - AUF&PBC bekennt sich entsprechend zum freiheitlichen Rechtsstaat und zur parlamentarischen Demokratie. Wir bekennen uns ebenso zum deutschen Grundgesetz, das sich unser Volk 1949 gegeben hat, und halten es für ein gelungenes Werk der Gründerväter unseres Staates. Der Großteil seiner Grundsätze wurzeln – teilweise direkt, teilweise indirekt – in der christlichen Lehre.

Wir treten entschieden ein für die Trennung von Kirche und Staat und weisen gleichzeitig mit Nachdruck darauf hin, dass Politik niemals weltanschaulich neutral sein kann. Sie kann sich nur anderen Weltanschauungen gegenüber tolerant verhalten. Darin besteht das Wesen einer pluralistischen Gesellschaftsform, die wir als weise Staatsform schätzen und anstreben. Toleranz, richtig verstanden, ist aber keine Gleichgültigkeit, sondern kann durchaus auch mit Kritik einhergehen. Eine „Toleranz“, die Kritik verbieten und eine „politisch korrekte“ ideologische Auffassung verbindlich setzen möchte, ist im Gegensatz dazu selbst intolerant. Toleranz beinhaltet die Achtung auch derjenigen Menschen, deren Meinung und Verhalten wir als kritikwürdig einschätzen oder gar als unethisch erkennen. Christliches Handeln ist dabei nicht nur von Toleranz, sondern darüber hinaus sogar von Feindesliebe geprägt, wie sie von unserem Herrn und Retter Jesus Christus vorgelebt und seinen Nachfolgern geboten wurde.

Wir mahnen hierbei ein verbreitetes Missverständnis an: Die organisatorische Trennung von Staat und Kirchen oder Religionsgemeinschaften (als Institutionen) bedeutet keinesfalls, dass Politiker nicht aus ihrem christlichem Glauben heraus Politik machen sollten. Jeder Politiker, auch und gerade der atheistische, bringt hier bewusst oder unbewusst seine Grundüberzeugungen und Wertvorstellungen ein. Ohne eine solche Grundlage gäbe es keinen Maßstab, keine Orientierung und keine Motivation für privates wie politisches Handeln. Verschiedene weltanschauliche Ausrichtungen der Politik führen allerdings zu radikal verschiedenen gesellschaftlichen und geschichtlichen Konsequenzen, wie es gerade auch die deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt.

Wir fordern deshalb mehr Transparenz im politischen System. Alle Politiker und Parteien müssen sich und den Wählern über ihre weltanschaulichen Voraussetzungen Rechenschaft geben. Wer seine Weltsicht nicht benennen kann, wird sie auch nicht kritisch reflektieren können. Wer weder benennen kann, was er glaubt, noch sich bewusst ist, dass er überhaupt etwas glaubt, ist in unseren Augen entweder unreif oder bereits ideologisiert.

Als christliche Politiker erwartet Bündnis C - Christen für Deutschland - AUF&PBC auch von sich selbst ein liebevolles, gerechtes und barmherziges Verhalten allen Mitmenschen gegenüber wie auch im parteiinternen Umgang miteinander. Auseinandersetzungen werden auf Grundlage aufrichtiger, klar artikulierter Argumente vertreten. Und wir handeln in dem Wissen, dass von Gottes Segen alles abhängt.

Psalm 127, Vers 1: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen!“

 


[1]Katechismus der Katholischen Kirche (1. Teil, 1. Abschnitt, 2. Kapitel, Artikel 3, II, 107)

[2]Römer 1,19-21; Römer 2,15